Small-World-Phänomen (Glossar)

Das Small-World-Phänomen ist ein von Stanley Milgram in den 60er Jahren geprägter soziologischer Begriff. Milgram versuchte in einem Experiment die durchschnittliche Anzahl der Stationen (Bekanntschaften) zwischen zwei beliebigen Personen zu ermitteln. Dazu verschickte er an zufällig ausgewählte Versuchspersonen einen Brief, der an einen unbekannten Dritten gerichtet war. Die Versuchsperson war angewiesen, den Brief an einen Bekannten weiterzuleiten, von dem sie glaubte, der unbekannten Zielperson näher zu stehen. Dieser sollte dann genauso verfahren, solange bis der Brief sein Ziel erreicht. Die entstehenden Ketten bestanden aus durchschnittlich sechs Personen.

Man kann also leicht vereinfachend sagen, dass jeder Mensch auf der Welt mit jedem Anderen über durchschnittlich sechs Ecken bekannt ist. Die Verbindung funktioniert über soziale Hubs, Personen mit extrem vielen Bekannten. Das Small-World-Phänomen lässt sich nicht nur auf zwischenmenschliche Netzwerke anwenden; so funktionieren z.B. die Bacon-Zahl und die Erdös-Zahl nach dem selben Muster.

Literatur & Links

Six degrees of separation, Duncan J. Watts 2004

Dies ist eine Begriffserläuterung in der Rubrik Glossar der Sozialen Netzwerkanalyse.


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