Die wichtigsten Indikatoren für Netzwerker – Teil 1

Dieser Beitrag basiert auf einem Artikel von Valdis Krebs, der in seinem Blog Networkweaving über die Leading Indicators für Netzwerke spricht.

Wie kann man ein Netzwerk messen? Mehr – wie kann man den Erfolg eines Netzwerks messen?

Diese Fragen haben sich Wissenschaftler und Netzwerker tausende Mal gestellt; dementsprechend findet man fast ebenso viele Antworten. Die wenigsten sind für Praktiker interessant, wie ich aus meiner eigenen (bei diesem Thema leidvollen) Erfahrung als Kooperationsberater bestätigen kann. Besonders in akademischen Kreisen beschäftigt man sich zunächst gerne mit der Frage, was ist denn überhaupt ein Netzwerk? Ich habe meine eigene Antwort auf diese nervtötende Endlosdiskussion gefunden, dazu vielleicht ein anderes Mal mehr.

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Ein Netzwerk zu messen, es in Zahlen darzustellen, ist nicht schwer, wenn man es mit den Instrumenten der Netzwerkanalyse erfasst hat. Sucht man aber brauchbare Indikatoren für den Erfolg eines Netzwerkes, muss man schon etwas mehr Überlegungen anstellen.


Im zitierten Beitrag werden die folgenden vier wesentlichen Faktoren genannt:

  • Wachstum der Netzwerkgröße
    -> Das Netzwerk ist interessant für neue Mitglieder
  • Zunahme der internen Vernetzung
    -> Die richtigen Menschen miteinander verbinden, um die Netzwerkziele zu erreichen
  • Zunahme der Verbindung zu wertvollen Kontakten außerhalb des Netzwerks
    -> Neue Fähigkeiten und Perspektiven einbinden
  • Zunahme an Projekten die aus den ersten drei Aspekten entstehen
    -> Wertschöpfung aus den Vernetzungen erzeugen.

Grundsätzlich stimme ich den Aussagen zu, diese Fragen wurden auch beim Controlling des Netzwerkmanagements der NIWE ähnlich gestellt. Andererseits ergeben sich aber einige Fragen, die teilweise kritisch gestellt werden müssen.

Ist Wachstum alles?

Nein. Wachstum ist beim Aufbau eines Netzwerks ein wichtiges Ziel. Bestehende Netzwerke streben aber unter Umständen keine Mitgliederzunahme an. Die Frage, die zu stellen ist: Welches ist die optimale bzw. erwünschte Größe des Netzwerks? Und da es in vielen Fällen einen Zielkonflikt zwischen Größe und Qualität gibt, kommt es genauso auf die richtige Zusammensetzung des Netzwerks an. Je spezialisierter ein Netzwerk ist, umso schneller ist die maximal sinnvolle Mitgliederzahl erreicht.

Dazu ein Beispiel: 1999/2000 haben wir ein regionales Netzwerk eigentümergeführter Facheinzelhandelsunternehmen aufgebaut. In dieser Beschreibung finden sich gleich drei Beschränkungen, die ein Limit für die Größe des Netzwerks bedeuten. Der Aldi aus der benachbarten Region passt dort nicht hinein. Eine weitere Beschränkung lag in der selbstgesetzten Auflage, je Segment zwei bis drei Händler aufzunehmen – also drei Schuhgeschäfte und zwei Optiker, möglichst nicht aus der selben Stadt.

Solche Beschränkungen machen nicht nur Sinn, sie sind in vielen Fällen, eine wesentliche Voraussetzung für das Erreichen der Kooperationsziele. In diesem Fall war das die Entwicklung einer regionalen Marke für serviceorientierten, qualitativ anspruchsvollen Einzelhandel.

Lesen Sie im November mehr im zweiten Teil


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