Aug11th

Vernetzungsgrad (Glossar)

Der Vernetzungsgrad (auch Clusterkoeffizient) ist ein Maß für den Grad der Verlinkung in einem Netzwerk. Man unterscheidet zwischen dem (lokalen) Vernetzungsgrad eines Akteurs (Knotens) und dem (globalen) des gesamten Netzwerks. Der Vernetzungsgrad berechnet sich aus der Anzahl der Verbindungen eines Akteurs / des gesamten Netzwerks bezogen auf die maximal mögliche Anzahl an Verbindungen. Der Vernetzungsgrad eines Akteurs ist 1, wenn er Beziehungen zu allen n-1 Akteuren des Netzwerkes unterhält.

Die maximale Anzahl an Verlinkungen eines Akteurs: n-1 (n ist die Anzahl der Akteure im Netzwerk)

Die maximale Anzahl an Verlinkungen in einem Netzwerk: n-1 * n/2

Dies ist eine Begriffserläuterung in der Rubrik Glossar der Sozialen Netzwerkanalyse.

Aug3rd

Neue Small-World Studie

Da es bis zum nächsten eigenen Beitrag noch etwas dauern wird (einige stecken aber bereits in der Ideenphase), hier mal wieder Verweise zu einem aktuellen Spiegel Online Artikel und zu zwei weiterführenden Seiten.

Unter dem Titel Das-Jeder-kennt-jeden-Gesetz wird über eine neue Small-World-Studie berichtet, die auf der Auswertung von 30 Milliarden Verbindungen eines großen Instant-Messenger Netzwerkes beruht. Die eigentliche Studie kann bei arXiv.org als PDF abgerufen werden. Die Milgram Aussage wurde mit einer durchschnittlichen Beziehung über 6,6 Ecken wieder einmal bestätigt.

Bei der Gelegenheit verweist Spiegel Online auch noch auf einen älteren Beitrag zum Thema Superspreader. Die These, dass solche Hubs mit sehr vielen Verbindungen Krankheiten zu Epidemien machen, ist zwar nicht mehr ganz neu, aber dennoch viel Spaß beim Lesen.

Jun24th

Social Networking in plain English

Nein, ich bin nicht im Urlaub.

Ganz im Gegenteil, zur Zeit lässt mir die Projektentwicklung wenig Zeit zum Bloggen. Das gefällt mir selber nicht, aber man muss halt Prioritäten setzen. Um so schöner ist es, dass mich weiter regelmäßig Anfragen, vor allem von StudentInnen, erreichen, die mehr über Unternehmensnetzwerke und die Soziale Netzwerkanalyse wissen möchten. Für mich ein Zeichen, dass die Methode auch in Deutschland eindeutig im Aufwind ist.

Nun aber zum heutigen Thema. Wie der Titel sagt, werde ich meinem Anspruch, deutschsprachige Beiträge zu schreiben und zu finden, mal wieder nicht gerecht. Aber wenn ich englische Perlen finde, sollen die nicht unerwähnt bleiben.

Hier zeige ich Ihnen ein Video, das bei Youtube von commoncraft.com zur Verfügung gestellt wurde, um in einfachen (aber eben englischen) Worten zu erklären, was Soziales Netzwerken eigentlich ist. Es gibt bereits Versionen in anderen Sprachen (Spanisch z.B.), aber auf das deutsche Video müssen wir wohl noch warten.

Der Beitrag ist auf Web 2.0 Netzwerke zugeschnitten, beschreibt aber die Grundlagen von Sozialen Netzwerken allgemein ebenso gut – mit ein bisschen Fantasie werden Sie die Inhalte auf Ihre Umgebung in der realen Welt übertragen können. Um Web 2.0 kommt eben niemand herum, der das Thema Netzwerken modern abhandeln will – oder soll ich modisch sagen?

Ich bin jedenfalls ein wenig neidisch darauf, wie simpel und einleuchtend die Präsentationsprofis ein komplexes Thema aufbereiten können. Mich erinnert das an meine Slideshare, die ich hier kürzlich gezeigt habe – ähnlicher Inhalt, mehr Worte.

Wie immer freue ich mich über Kommentare, auch weil die bisherige Resonanz fast auschließlich per Email oder Telefon bei mir angekommen ist.

Apr30th

Selbstmord durch Ansteckung

Unter dieser Überschrift bringt Spiegel Online heute wieder einmal ein Anwendungsbeispiel für Soziale Netzwerkanalysen. Zwar betrifft diese Anwendung nicht die Analyse von Organisationen (Unternehmen), aber ich will nicht kleinlich sein, sondern mich über jede prominente Unterstützung der SNA Szene freuen.

Hier ist der Einleitungstext:

Breiten sich Religionen und politische Überzeugungen wie Epidemien aus? Sind auch Suizid, Fett- und Trunksucht ansteckend? Soziologen gehen diesen Fragen mit neuartigen Verfahren auf den Grund: Sie füttern Computer mit den Lebensdaten riesiger Menschenmengen.

Und hier der Link zum Weiterlesen.

Apr17th

Neue Präsentation über Netzwerke, Beziehungen und deren Analyse

Wie an den Abständen zwischen zwei neue Beiträgen zu sehen, bin ich zur Zeit einigermaßen gut beschäftigt,  zum Beispiel damit Vorträge vorzubereiten und zu halten. Einen aktuellen habe ich jetzt wieder auf Slideshare.net veröffentlicht, Sie finden ihn natürlich hier.

 

Mrz6th

Neue Buchempfehlungen zur Netzwerkanalyse

Im April 2007 habe ich die ersten Empfehlungen für Bücher ausgesprochen, die sich mit dem Thema Soziale Netzwerkanalyse beschäftigen. Mein Versprechen, neue Empfehlungen auszusprechen, habe ich seitdem nicht erfüllt. Das liegt aber nicht an meiner Faulheit, sondern daran, dass ich seitdem wenig entdeckt habe, dass erstens neue Inhalte bietet und zweitens aus meiner Sicht (und für mich) interessant genug wäre, empfohlen zu werden.

Nun habe ich aber zwei neue Empfehlungen. Die Bilder sind wieder zur entsprechenden Amazon Seite verlinkt, wo Sie mehr Informationen zum jeweiligen Titel finden. 

Martin Kilduff and Wenpin Tsai - Social Networks and OrganizationsMartin Kilduff und Wenpin Tsai – Social Networks and Organizations

Endlich ein Buch, dass sich auf die Anwendung der Netzwerkanalyse in Organisationen fokussiert, also genau das, was meinem Arbeitsfeld entspricht. Allerdings ist mir in dem erfreulich dünnen Band (keine ewigen Wiederholungen, wie in vielen sogenannten Managementbüchern) der allgemeine Teil dann doch etwas zu lang geraten, was aber michts daran ändert, das ich dieses Buch für nützlich halte. Sehr wertvoll: Das Glossary of Technical Terms und der Anhang Getting Started on Data Analysis and Interpretation, der als Anleitung geschrieben ist.

Bei Amazon kann man Auszüge aus dem Buch lesen, dort finden Sie unter anderem auch das Inhaltsverzeichnis.

 
Netzwerke - Businessinnovationen und KooperationskulturNetzwerke – Businessinnovationen und Kooperationskultur im Spannungsfeld zwischen Forschung und Praxis

Ein furchtbarer Titel, aber die Inhalte sind nicht so sperrig. Das Buch erscheint in der Edition Netzwerkwelten als vierter Band; diese Reihe wurde aufgelegt für die erweiterten Tagungsbände der netswork. Diese Messe für Unternehmensnetzwerke und Forum für Kooperationskultur fand 2007 zum vierten Mal statt und bot wieder einen gut besetzten und abwechslungsreichen Tagungsteil. Die meisten Vortragenden haben zu diesem Buch beigetragen, so dass ein breites Spektrum des Themas Unternehmensnetzwerke beleuchtet wird. Die Bandbreite reicht von beispielhaften  Projektvorstellungen, +ber Innovationen, Wissensmanagement, Talentförderung, Cluster, rechtliche Fallstricke bis hin zu kritischen Gedanken zum Netzwerkmanagement.
Das Thema Soziale Netzwerkanalyse in Organisationen ist gleich mit drei Beiträgen vertreten. Neben dem deutschen Netzwerkpapst Jörg Sydow findet sich ein Beitrag von Max Ruhri (FAS Research) sowie mein eigener Artikel, der die Netzwerkanalyse als Instrument für das Controlling von Netzwerken vorstellt.

Herausgegeben wird die Reihe von den Veranstaltern der netswork, Universität Bielefeld, Survey GmbH, Bertelsmann Stiftung und Initiative für Beschäftigung.

Feb8th

Umarmungszone

Auch so kann man Menschen vernetzen.
 

Eine schöne Aktion, gefunden bei Stille Taten.

Feb8th

Jetzt wird es persönlich

Immer wieder beschäftigen, die zwar in einem Zusammenhang mit meiner Arbeit stehen, aber doch nicht die Netzwerkanalyse im engeren Sinn betreffen. Ideen, über die ich gerne schreiben möchte, aber wo? Ich möchte dieses Blog nicht verwässern, aber ein weiteres Blog zu starten, kommt schon aus zeitlichen Gründen nicht in Frage. Außerdem halte ich nicht viel von der um sich greifenden Nabelschau, brauche kein Poesiealbum im Web.

Dennoch oder eben deswegen habe ich hier eine neue Kategorie "Persönliches" eingerichtet, Sie lesen soeben den ersten Artikel, der dort gelistet wird. Aber keine Sorge, Netzwerke und deren Analyse sind und bleiben mein Thema. Auch die persönlichen Beiträge werden einen Bezug zu meiner Arbeit als Unternehmensberater haben – eben diese Arbeit macht einen Teil meiner Persönlichkeit aus und wird stark von persönlichen Einstellungen beeinflusst. Warum verschriebe man sich sonst einem Thema, wenn man es nicht für wichtig hielte?

Betrachten wir es fürs Erste als ein Experiment.

Jan26th

Share Ideas to the Maximum

Vernetzte Welt …

… bei TechCrunch, einem der großen Blogs, dass sich mit neuen Internet-Anwendungen und den dahinter stehenden Unternehmen beschäftigt, habe ich einen Artikel gefunden, der sich wiederum auf einen längeren Beitrag der Financial Times bezieht.

Inhalt des ursprünglichen Artikels ist ein Profil des Internetgründers Loic Le Meur (aus Frankreich, jetzt ansässig im Silicon Valley), in dem er seine zehn Regeln für erfolgreiche Start-ups benennt.

Internet-basierte Start-ups sind per se Netzwerk-Unternehmen. Nicht alle berücksichtigen das in Ihrem Auftreten, viele suchen Ihren Erfolg in einer Closed-Shop-Politik mit soviel Abgrenzung wie eben möglich. Mich ärgert das jedesmal – weil ich es für dumm halte. Loic Le Meur scheint das ebenso zu sehen; seine zehn Regeln sagen: Arbeite mit dem Netzwerk, wenn Du erfolgreich sein willst. Und da diese Worte von einem erfolgreichen Unternehmer stammen, haben seine Regeln ihre Berechtigung in diesem Netzwerkblog (übersetzt) zu erscheinen.

Übrigens gelten diese Regeln nicht nur für Internet-Unternehmen, sondern für jedes Netzwerk. Aber lesen und urteilen Sie selber:

  1. Warte nicht auf eine revolutionäre Idee. Die wird nie kommen. Fokussiere Dich auf eine einfache, aufregende Marktlücke und handle so schnell wie möglich.
  2. Teile Deine Idee. Je mehr Du teilst, desto mehr Rat wirst Du erhalten und umso mehr wirst Du lernen. Triff Deine Wettbewerber und sprich mit Ihnen.
  3. Bau eine Gemeinschaft (community) auf. Nutze Blogs und Soziale Software, um sicher zu stellen, dass die Menschen über Dich etwas erfahren.
  4. Hör auf die Gemeinschaft. Beantworte ihre Fragen und entwickle Dein Angebot mit ihren Rückmeldungen.
  5. Stelle ein großartiges Team zusammen. Wähle Mitglieder aus, deren Fähigkeiten sich von Deinen unterscheiden. Suche Menschen, die besser sind als Du.
  6. Jeder macht Fehler. Sei der erste, der einen Fehler erkennt und zugibt. Diskutiere Probleme öffentlich, lerne und korrigiere Dich.
  7. Vergeude keine Zeit mit Marktforschung. Starte Testversionen so früh wie möglich und verbessere das Angebot öffentlich.
  8. Konzentriere Dich nicht auf Tabellen mit Business Plänen. Dein Geschäft wird sich keinesfalls so entwickeln wie geplant.
  9. Plane keinen großen Marketingaufwand. Es ist viel wichtiger und überzeugender, dass Deine Gemeinschaft Dein Angebot liebt.
  10. Fokussiere Dich nicht auf das Ziel, reich zu werden. Fokussiere Dich auf Deine Kunden. Geld ist das Ergebnis des Erfolgs, kein Ziel.

Beim Aufschreiben dieser Regeln kann ich die Gedanken, die Sie beim Lesen haben werden, hören. Ich ahne sehr viele "Aber, …".
Ich verzichte bewusst auf eigene Kommentare, meine Meinung habe ich ja auch einleitend kund getan. Wenn Sie Ihr "Aber", gerne auch Ihr "Genau so ist es", loswerden möchten, nutzen Sie die Kommentarfunktion. Ich bin bereit – siehe Regel 6.

Hier sind noch die Links zu den eingangs zitierten Artikeln:

Die zehn Regeln bei TechCrunch

Der Artikel der Financial Times

Jan11th

Die wichtigsten Indikatoren für Netzwerker – Teil 3

Fortsetzung – Teil 1, Teil 2

Bisher wurde festgestellt, dass Wachstum der Netzwerkgröße und die Zunahme der internen und externen Vernetzung zwar wesentliche Netzwerkziele sein können, aber in Abhängigkeit von den inhaltlichen Netzwerkzielen nicht sein müssen. Losgelöst kann Wachstum sogar kontraproduktiv wirken.

Wie sieht es mit dem vierten genannten wesentlichem Indikator aus?
Zur Erinnerung: Im eingangs zitierten Artikel, auf den sich diese Serie bezieht, spricht Valdis Krebs von diesem vierten Indikator:

Zunahme an Projekten, die aus den ersten drei Aspekten
entstehen um Wertschöpfung aus den Vernetzungen zu
erzeugen.

Meine "Wachstumskritik" gilt auch hier, allerdings nur eingeschränkt. Zunahme an Projekten kann nicht das vorrangige Ziel sein, Zunahme an Wertschöpfung schon. So wie (fast) jedes Unternehmen auf Umsatz- und vor allem Gewinnwachstum setzt, tun dies Netzwerke, die einen Geschäftszweck verfolgen, auch. Das ist eine betriebswirtschaftliche Grundannahme – Kritik daran ist ebenfalls nicht unüblich, soll hier aber nicht reflektiert werden.

Anstelle dessen möchte ich zwei Indikatoren vorstellen, die mir ergänzenswert scheinen und die deshalb auch in den NetzwerkControlling-Projekten der PZN Kooperationsberatung erfasst werden.

Informationsfluss im Netzwerk

Im zweiten Teil haben Sie schon gelesen, dass ich in der Regel die Qualität der Verbindungen über deren Anzahl stelle. Es gibt viele mögliche Ausprägungen von Verbindungsqualität, in einem Vertriebsnetzwerk wird das z.B. der generierte Umsatz sein. In den meisten Fällen fließen über diese Verbindungen aber Informationen (auch im Vertriebsnetzwerk), also möchte ich diese Eigenschaft in den Vordergrund stellen.

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