Jetzt wird es persönlich
Immer wieder gehen mir Gedanken durch den Kopf, die zwar in einem Zusammenhang mit meiner Arbeit stehen, aber doch nicht die Netzwerkanalyse im engeren Sinn betreffen. Ideen, über die ich gerne schreiben möchte, aber wo? Ich möchte dieses Blog nicht verwässern, aber ein weiteres Blog zu starten, kommt schon aus zeitlichen Gründen nicht in Frage. Außerdem halte ich nicht viel von der um sich greifenden Nabelschau, brauche kein Poesiealbum im Web.
Dennoch oder eben deswegen habe ich hier eine neue Kategorie "Persönliches" eingerichtet, Sie lesen soeben den ersten Artikel, der dort gelistet wird. Aber keine Sorge, Netzwerke und deren Analyse sind und bleiben mein Thema. Auch die persönlichen Beiträge werden einen Bezug zu meiner Arbeit als Unternehmensberater haben - eben diese Arbeit macht einen Teil meiner Persönlichkeit aus und wird stark von persönlichen Einstellungen beeinflusst. Warum verschriebe man sich sonst einem Thema, wenn man es nicht für wichtig hielte?
Betrachten wir es fürs Erste als ein Experiment.
Share Ideas to the Maximum
Vernetzte Welt …
… bei TechCrunch, einem der großen Blogs, dass sich mit neuen Internet-Anwendungen und den dahinter stehenden Unternehmen beschäftigt, habe ich einen Artikel gefunden, der sich wiederum auf einen längeren Beitrag der Financial Times bezieht.
Inhalt des ursprünglichen Artikels ist ein Profil des Internetgründers Loic Le Meur (aus Frankreich, jetzt ansässig im Silicon Valley), in dem er seine zehn Regeln für erfolgreiche Start-ups benennt.
Internet-basierte Start-ups sind per se Netzwerk-Unternehmen. Nicht alle berücksichtigen das in Ihrem Auftreten, viele suchen Ihren Erfolg in einer Closed-Shop-Politik mit soviel Abgrenzung wie eben möglich. Mich ärgert das jedesmal - weil ich es für dumm halte. Loic Le Meur scheint das ebenso zu sehen; seine zehn Regeln sagen: Arbeite mit dem Netzwerk, wenn Du erfolgreich sein willst. Und da diese Worte von einem erfolgreichen Unternehmer stammen, haben seine Regeln ihre Berechtigung in diesem Netzwerkblog (übersetzt) zu erscheinen.
Übrigens gelten diese Regeln nicht nur für Internet-Unternehmen, sondern für jedes Netzwerk. Aber lesen und urteilen Sie selber:
- Warte nicht auf eine revolutionäre Idee. Die wird nie kommen. Fokussiere Dich auf eine einfache, aufregende Marktlücke und handle so schnell wie möglich.
- Teile Deine Idee. Je mehr Du teilst, desto mehr Rat wirst Du erhalten und umso mehr wirst Du lernen. Triff Deine Wettbewerber und sprich mit Ihnen.
- Bau eine Gemeinschaft (community) auf. Nutze Blogs und Soziale Software, um sicher zu stellen, dass die Menschen über Dich etwas erfahren.
- Hör auf die Gemeinschaft. Beantworte ihre Fragen und entwickle Dein Angebot mit ihren Rückmeldungen.
- Stelle ein großartiges Team zusammen. Wähle Mitglieder aus, deren Fähigkeiten sich von Deinen unterscheiden. Suche Menschen, die besser sind als Du.
- Jeder macht Fehler. Sei der erste, der einen Fehler erkennt und zugibt. Diskutiere Probleme öffentlich, lerne und korrigiere Dich.
- Vergeude keine Zeit mit Marktforschung. Starte Testversionen so früh wie möglich und verbessere das Angebot öffentlich.
- Konzentriere Dich nicht auf Tabellen mit Business Plänen. Dein Geschäft wird sich keinesfalls so entwickeln wie geplant.
- Plane keinen großen Marketingaufwand. Es ist viel wichtiger und überzeugender, dass Deine Gemeinschaft Dein Angebot liebt.
- Fokussiere Dich nicht auf das Ziel, reich zu werden. Fokussiere Dich auf Deine Kunden. Geld ist das Ergebnis des Erfolgs, kein Ziel.
Beim Aufschreiben dieser Regeln kann ich die Gedanken, die Sie beim Lesen haben werden, hören. Ich ahne sehr viele "Aber, …".
Ich verzichte bewusst auf eigene Kommentare, meine Meinung habe ich ja auch einleitend kund getan. Wenn Sie Ihr "Aber", gerne auch Ihr "Genau so ist es", loswerden möchten, nutzen Sie die Kommentarfunktion. Ich bin bereit - siehe Regel 6.
Hier sind noch die Links zu den eingangs zitierten Artikeln:
Die wichtigsten Indikatoren für Netzwerker - Teil 3
Bisher wurde festgestellt, dass Wachstum der Netzwerkgröße und die Zunahme der internen und externen Vernetzung zwar wesentliche Netzwerkziele sein können, aber in Abhängigkeit von den inhaltlichen Netzwerkzielen nicht sein müssen. Losgelöst kann Wachstum sogar kontraproduktiv wirken.
Wie sieht es mit dem vierten genannten wesentlichem Indikator aus?
Zur Erinnerung: Im eingangs zitierten Artikel, auf den sich diese Serie bezieht, spricht Valdis Krebs von diesem vierten Indikator:
Zunahme an Projekten, die aus den ersten drei Aspekten
entstehen um Wertschöpfung aus den Vernetzungen zu
erzeugen.
Meine "Wachstumskritik" gilt auch hier, allerdings nur eingeschränkt. Zunahme an Projekten kann nicht das vorrangige Ziel sein, Zunahme an Wertschöpfung schon. So wie (fast) jedes Unternehmen auf Umsatz- und vor allem Gewinnwachstum setzt, tun dies Netzwerke, die einen Geschäftszweck verfolgen, auch. Das ist eine betriebswirtschaftliche Grundannahme - Kritik daran ist ebenfalls nicht unüblich, soll hier aber nicht reflektiert werden.
Anstelle dessen möchte ich zwei Indikatoren vorstellen, die mir ergänzenswert scheinen und die deshalb auch in den NetzwerkControlling-Projekten der PZN Kooperationsberatung erfasst werden.
Informationsfluss im Netzwerk
Im zweiten Teil haben Sie schon gelesen, dass ich in der Regel die Qualität der Verbindungen über deren Anzahl stelle. Es gibt viele mögliche Ausprägungen von Verbindungsqualität, in einem Vertriebsnetzwerk wird das z.B. der generierte Umsatz sein. In den meisten Fällen fließen über diese Verbindungen aber Informationen (auch im Vertriebsnetzwerk), also möchte ich diese Eigenschaft in den Vordergrund stellen.
Soziale Netzwerkanalysen in der Politik?
Heute möchte ich Sie an einer Frage beteiligen, die mich seit einiger Zeit beschäftigt: Welche sinnvollen Anwendungsmöglichkeiten gibt es für Soziale Netzwerkanalysen in der Politik?

Natürlich habe ich als erstes mal Google bemüht und möchte Ihnen drei Links, die mir interessant erschienen, nicht vorenthalten:
-
Ein Anwendungsbeispiel "Soziale Netzwerke im Deutschen Bundestag"
- Die ausführliche Beschreibung einer Netzwerkanalyse derjenigen Abgeordneten, die nicht im Rampenlicht stehen: Parteigrenzen überspringende informelle Netzwerke
-
Die Forschungsgruppe Transparentes Parlement an der Universität Frankfurt hat Ihren Bericht als PDF Datei veröffentlicht.
Mein Anliegen ist es heute nicht, diese Links zu kommentieren, sondern Sie nach Ihren Erfahrungen, Ihren Ideen zum Thema zu befragen. Also: Wo sehen Sie Einsatzmöglichkeiten für die SNA in der Politik? Dabei gibt es trotz der oben genannten Beispiele natürlich keine Beschränkung auf den Deutschen Bundestag. Vielleicht gibt es in der Kommunalpolitik ja die interessanteren Beispiele?
Wenn Sie sich beteiligen möchten: Am einfachsten geht das über die Kommentarfunktion. Sie müssen nur auf den grünen Kommentar-Button klicken und sich einmalig registrieren bzw. anmelden (die Angaben werden zu keinem anderen Zweck genutzt, Sie erhalten keine Werbung, Ihre Email wird an niemanden weiter gegeben). Jeder Kommentar muss allerdings zunächst von mir zur Veröffentlichung frei gegeben werden, darum erscheint es hier nicht sofort. Das dient nicht der Zensur, sondern einzig der Vermeidung von Spam.
Ich bin gespannt.
Die wichtigsten Indikatoren für Netzwerker - Teil 2
Fortsetzung des Beitrags vom 24.10.2007
Wie steht es um die Bedeutung des Wachstums der internen Vernetzung?
Die kurze Antwort: So ähnlich wie beim Wachstum der Netzwerkgröße.
Gehen wir davon aus, dass wir über Netzwerke sprechen, die existieren um geschäftlichen Nutzen für Ihre Mitglieder zu generieren. Dazu gehören Netzwerke, die den Wissensaustausch in den Mittelpunkt stellen, solche, deren Mitglieder über gegenseitige Empfehlungen Aufträge gewinnen, ebenso wie Netzwerke, die sich der gemeinsamen Akquise und/oder Auftragsbearbeitung verschrieben haben (Alles-aus-einer-Hand, virtuelle Fabriken, …).

Diese Vereinigungen können nicht funktionieren ohne ein gewisses Maß an gegenseitigem Wissen der Mitglieder übereinander. Niemand wird ernsthaft seinen Kunden oder Partnern ein Unternehmen empfehlen, welches er nur namentlich kennt, weil er das Logo auf der Website seiner Kooperation gesehen hat.
Das spricht für den positiven Effekt eines Wachstums der internen Vernetzung.
Was spricht dagegen?
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